
Bild: Pasculli Altissimo
Ein individuell gefertigter Fahrradrahmen soll nicht nur passen, sondern sich auch perfekt fahren. Pasculli erklärt, wann sich ein Maßrahmen lohnt, wie individuelle Carbonrahmen entstehen und worauf es bei Geometrie, Sitzposition und Fahrverhalten ankommt.
Ein Fahrrad von der Stange passt nicht zwangsläufig zu jedem Menschen. Körpergröße, Schrittlänge, Armlänge, Gewicht und individuelle Proportionen können sich deutlich unterscheiden und damit auch die Anforderungen an die optimale Rahmengeometrie. Gerade bei ambitionierten Rennradfahrern und Gravel-Enthusiasten kann eine individuell abgestimmte Sitzposition entscheidend dafür sein, wie komfortabel, effizient und kontrolliert sich ein Fahrrad über lange Strecken fährt. Pasculli beschäftigt sich seit mehr als 30 Jahren mit Körpervermessung und individuellem Rahmenbau. Aus mehr als 50.000 Vermessungsdaten sind unter anderem die KomPas-Geometrien entstanden, die eine Alternative zum klassischen Maßrahmen darstellen. Für Fahrer mit besonderen Körperproportionen oder sehr spezifischen Anforderungen bietet die Berliner Marke darüber hinaus vollständig individuell konstruierte Carbonrahmen an.
Im Interview erklärt Maik Kresse, Gründer von Pasculli, worin die Unterschiede zwischen einem Serienrahmen, einer optimierten Konfektionsgeometrie und einem echten Maßrahmen liegen. Außerdem geht es um die verschiedenen Einsatzbereiche von Road über Allroad bis Gravel, die Modellfamilien Tomarlo, Altissimo und Mercatello sowie um die Tube-to-Tube-Fertigung der Carbonrahmen im Veneto. Im Mittelpunkt steht dabei eine Frage: Wie muss ein Fahrrad konstruiert sein, damit es nicht nur zum Fahrer passt, sondern auch zu seinem persönlichen Fahrstil und Einsatzzweck?
INTERVIEW
velodeals.de: „Dein Fahrrad soll dir perfekt passen – wie deine Schuhe“ lautet das Motto von Pasculli. Was bringt ein individuell auf die Körpermaße abgestimmter Rahmen im Alltag und auf langen Rennrad- oder Gravel-Touren tatsächlich?

Bild: Maik Kresse, Pasculli
MAIK KRESSE, Gründer Pasculli: Für uns ist entscheidend, dass sich nicht der Mensch an das Fahrrad anpassen muss, sondern das Fahrrad an den Menschen. Diese Philosophie basiert auf weit über 30 Jahren Erfahrung in der Körpervermessung und im individuellen Fahrrad- und Rahmenbau. In dieser Zeit haben wir mehr als 50.000 Vermessungsdaten gesammelt und dabei vor allem eines gelernt: Menschen wachsen nicht proportional. Gerade bei mitteleuropäischen Männern sehen wir beispielsweise häufig, dass mit zunehmender Körpergröße vor allem die Schrittlänge weiter zunimmt, während der Oberkörper nicht im gleichen Verhältnis mitwächst. Dazu kommen völlig unterschiedliche Armlängen – von kurz über mittel und lang bis hin zu sehr lang. Zwei Menschen mit identischer Körpergröße können deshalb vollkommen unterschiedliche Anforderungen an ihre optimale Rahmengeometrie haben. Auch Körpergröße und Körpergewicht stehen keineswegs immer in einem festen Verhältnis zueinander. Serienrahmen müssen konstruktiv zwangsläufig einen breiten Korridor unterschiedlicher Körpergrößen, Gewichte und Proportionen abdecken. Beim individuellen Rahmenbau können wir dagegen den konkreten Fahrer betrachten.
Bei unseren individuell gefertigten Carbonrahmen können solche Informationen sogar bis in die Konstruktion des Rahmens einfließen. Über den Aufbau und die Dimensionierung der Carbon-Prepregs sowie die Ausrichtung der Faserverläufe können wir gezielt Einfluss auf Eigenschaften wie Steifigkeit, Komfort und Belastbarkeit nehmen. Wir betrachten also nicht nur die äußeren Abmessungen eines Rahmens, sondern können seine Konstruktion auf den Fahrer und den gewünschten Einsatzzweck abstimmen. Hinzu kommen biomechanische Erkenntnisse, die sich in den vergangenen Jahren deutlich weiterentwickelt haben. Heute betrachten wir beispielsweise die Position des Fahrers zum Tretlager wesentlich genauer. Auch kürzere Kurbellängen sowie Knie- und Hüftwinkel und die gesamte Bewegungsökonomie spielen eine wichtige Rolle. Diese Parameter betrachten wir nicht isoliert, sondern als Gesamtsystem aus Mensch und Fahrrad. Bei einem echten Pasculli-Maßrahmen können wir deshalb sehr weit gehen: Wir definieren die Dimensionierung und Winkelstellung der einzelnen Rahmenrohre entsprechend den Körperproportionen, den biomechanischen Anforderungen und der gewünschten Sitzposition des Kunden. Aber ein perfekt passendes Fahrrad endet für uns nicht bei der Sitzposition. Wir fragen den Kunden auch: Wie soll sich dein Fahrrad später auf der Straße oder im Gelände anfühlen? Soll es sehr agil und direkt reagieren? Soll es bei hoher Geschwindigkeit besonders ruhig laufen? Geht es um maximale Performance, lange Distanzen oder eine ausgewogene Mischung daraus?
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Genau hier kommt die Erfahrung im Rahmenbau ins Spiel. Steuer- und Sitzwinkel, Reach und Stack, Radstand, Kettenstrebenlänge und weitere geometrische Parameter bestimmen nicht nur, wie ein Fahrer auf dem Fahrrad sitzt, sondern ganz wesentlich auch, wie sich das Fahrrad tatsächlich fährt. Das ist für uns letztlich die Bedeutung unseres Satzes „Dein Fahrrad soll dir perfekt passen – wie deine Schuhe“: Ein wirklich individuelles Fahrrad berücksichtigt nicht nur Körpergröße und Schrittlänge. Es verbindet Körperproportionen, Gewicht, Biomechanik, Sitzposition, Rahmenkonstruktion und das gewünschte Fahrverhalten zu einem Fahrrad, das für genau diesen Fahrer entwickelt wurde. Pasculli bietet sowohl Konfektionsrahmen in verschiedenen Größen und Geometrien als auch komplett maßgefertigte Rahmen an. Für wen ist welche Variante die bessere Wahl – und wann lohnt sich eine echte Maßanfertigung?
Wir beginnen bei Pasculli zunächst einmal mit jedem Kunden auf dem Greenfield. Wir entscheiden also nicht vorher, ob jemand einen Maßrahmen oder eine unserer Konfektionsgeometrien benötigt. Ausgangspunkt ist immer der Mensch mit seinen individuellen Körperproportionen, seinen Anforderungen und natürlich auch seinen persönlichen Wünschen. Unsere heutigen KomPas-Geometrien sind letztlich selbst aus unserer langjährigen Erfahrung im Maßrahmenbau entstanden. Vor mehr als zehn Jahren haben wir begonnen, unsere gesammelten Vermessungsdaten systematisch auszuwerten. Dabei haben wir festgestellt, dass sich bestimmte wiederkehrende Körperproportionen und Anforderungen erkennen lassen.
Gleichzeitig zeigte sich für uns immer wieder ein Problem vieler klassischer Seriengeometrien: Für zahlreiche Fahrer waren die Rahmen im Verhältnis zu lang und die Steuerrohre beziehungsweise die Front zu niedrig. Man kann eine solche Geometrie anschließend natürlich über Vorbaulänge, Spacer oder Sattelposition korrigieren. Irgendwann versucht man dann aber, mit Komponenten eine Rahmengeometrie zu kompensieren, die für diesen Menschen eigentlich nicht optimal ist. Aus diesen Erkenntnissen haben wir unsere KomPas-Geometrien entwickelt. Sie sind gewissermaßen die verdichtete Erfahrung aus vielen Tausend Vermessungen und vielen Jahren individuellen Rahmenbaus. Gerade im mittleren Größenbereich – beispielsweise bei vielen Fahrern im Bereich S, M oder L – können wir mit diesen Geometrien sehr häufig eine hervorragende Position erreichen. Wenn die Körperproportionen des Kunden dazu passen, gibt es für uns überhaupt keinen Grund zu sagen: Du musst unbedingt einen Maßrahmen kaufen. Dann ist eine Pasculli-KomPas-Geometrie die richtige und auch wirtschaftlich sinnvolle Lösung.
Ganz anders sieht es bei ausgeprägten Körperproportionen aus. Wir haben beispielsweise Kunden mit einer Körpergröße von unter 1,60 Meter und auf der anderen Seite Fahrer mit mehr als zwei Metern. Ein konkretes Beispiel aus unserer Vermessungspraxis war ein Fahrer mit 2,12 Meter Körpergröße und 1,07 Meter Schrittlänge. Solche Proportionen lassen sich mit klassischen Konfektionsgrößen kaum sinnvoll abbilden – und schon gar nicht dadurch, dass man anschließend versucht, die fehlende Geometrie über extreme Vorbaulängen, Sattelstützen oder große Spacerpakete zu kompensieren. Genau dort beginnt für uns der echte Maßrahmenbau. Beim Maßrahmen entwickeln wir die Geometrie von Grund auf für diesen einen Menschen. Wir bestimmen nicht einfach eine Rahmengröße, sondern können Rohrlängen, Winkel, Steuerrohrhöhe, Reach und Stack, Radstand und weitere Parameter auf Körperproportionen, Sitzposition und gewünschtes Fahrverhalten abstimmen. Deshalb gibt es bei Pasculli auch keine feste Grenze nach dem Motto: Ab einer bestimmten Körpergröße braucht man einen Maßrahmen. Entscheidend ist nicht allein die Körpergröße, sondern das Verhältnis der Körperproportionen zueinander. Unser Ansatz bleibt deshalb immer derselbe: Wir starten mit jedem Kunden bei null. Wir vermessen, analysieren die Proportionen, sprechen über Einsatzzweck und Wünsche – und erst danach entscheiden wir gemeinsam, ob eine unserer KomPas-Geometrien bereits perfekt passt oder ob wir einen individuellen Maßrahmen entwickeln.

Vom sportlichen Rennrad bis zum vielseitigen Gravel- und Allroad-Bike reicht das aktuelle Programm. Wie unterscheiden sich die verschiedenen Modellfamilien hinsichtlich Einsatzbereich, Fahrcharakter und Zielgruppe?
Wenn man unsere Modellfamilien verstehen möchte, muss man eigentlich beim Tomarlo anfangen. Das ist so etwas wie die DNA beziehungsweise das Grundmodell unserer Carbonrahmen. Über die Jahre haben wir auf dieser Basis sehr unterschiedliche Fahrräder entwickelt – vom klassischen Rennrad über Singlespeed- und Cyclocross-Rahmen bis hin zu reinen Bahnrädern. Heute unterscheiden wir grundsätzlich drei Einsatzbereiche: Road, Allroad und Gravel.
Road ist das klassische Rennrad. Unser Allroad-Konzept verstehen wir dagegen ausdrücklich nicht als gemütliches Gravelbike, sondern als sehr sportliches Rennrad mit deutlich erweitertem Einsatzbereich. Ein Pasculli Allroad kann mit einer 30- oder 32-Millimeter-Rennradbereifung sehr schnell auf Asphalt gefahren werden, bietet aber gleichzeitig Reifenfreiheit bis etwa 40 Millimeter. Damit kann der Fahrer schlechte Straßen, Kopfsteinpflaster oder Schotterpassagen problemlos in seine Tour integrieren, ohne dass das Fahrrad seinen Rennradcharakter verliert.
Beim Full Gravel gehen wir konstruktiv noch einen deutlichen Schritt weiter. Hier sprechen wir über Reifenfreiheit von 55 Millimetern und mehr, andere Anforderungen an Geometrie und Einsatzbereich und häufig auch über einen konsequenten 1x-Antrieb. Das Fahrrad ist dann deutlich stärker für Gelände, lange Gravel-Touren, Bikepacking und entsprechende Abenteuer ausgelegt. Innerhalb dieser Einsatzbereiche kommen unsere unterschiedlichen Modellfamilien und ihre jeweilige Formensprache ins Spiel.
Der Tomarlo ist für uns der Allrounder und gleichzeitig der Ursprung unserer modernen Carbonfamilie. Charakteristisch ist unter anderem der tiefer ansetzende Hinterbau. Wer einen modernen, sportlichen Carbonrahmen ohne extreme Spezialisierung sucht, ist mit einem Tomarlo eigentlich immer sehr gut aufgehoben.

Bild: Pasculli Altissimo
Der Altissimo entstand aus der Frage: Was können wir technisch noch eine Stufe weitertreiben? Der Name bedeutet sinngemäß „vom Allerhöchsten“. Durch einen nochmals optimierten Prepreg-Aufbau und Harzanteil können wir gegenüber einem vergleichbaren Tomarlo-Road-Rahmen ungefähr 60 bis 70 Gramm Rahmengewicht einsparen. Gleichzeitig ist seine Formensprache filigraner und klassischer. Der Hinterbau setzt klassisch höher an und bildet ein großes Rahmendreieck. Wer einen sehr leichten, eleganten Carbonrahmen mit einer eher klassischen Rundrohr-Ästhetik mag, wird sich häufig zum Altissimo hingezogen fühlen.
Der Mercatello interpretiert das Thema dagegen deutlich aerodynamischer. Seine Rohrprofile und die gesamte Formensprache sind stärker auf Aerodynamik ausgelegt. Gewichtsmäßig bewegen wir uns trotzdem ungefähr auf Tomarlo-Niveau beziehungsweise nur geringfügig darüber. Wir bieten ihn als Road- und Allroad-Version an.

Bild: Pasculli Mercatello
Uns ist dabei aber etwas wichtig: Wir wollen unseren Kunden nicht erzählen, dass das eine Modell das ultimative Bergrad und das nächste das schnellste jemals im Windkanal getestete Fahrrad sei. Natürlich haben Gewicht, Rohrprofile und Aerodynamik einen technischen Einfluss. Aber am Ende kaufen Menschen auch mit den Augen. Der eine liebt einen filigranen, klassisch anmutenden Rundrohrrahmen und entscheidet sich für einen Altissimo. Der nächste möchte einen kraftvolleren, modernen Aero-Rahmen und fühlt sich beim Mercatello sofort zu Hause. Und wer einen sehr ausgewogenen modernen Carbonrahmen sucht, landet häufig beim Tomarlo. Road, Allroad und Gravel definieren bei uns also zunächst den Einsatzbereich. Tomarlo, Altissimo oder Mercatello definieren zusätzlich Konstruktion und Charakter – und am Ende darf ganz bewusst auch der persönliche Geschmack entscheiden.
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Bei der Rahmenfertigung setzt Pasculli unter anderem auf Handarbeit in Italien und die Tube-to-Tube-Technik. Was passiert bei der Herstellung eines Pasculli-Rahmens genau – und welchen Unterschied macht diese individuelle Fertigung für das fertige Fahrrad?
Wir beschäftigen uns seit unserer Gründung 2005/2006 intensiv mit der individuellen Carbonrahmenfertigung. Schon in unserer damaligen Manufaktur haben wir mit einer eigenen Autoklave gearbeitet und waren selbst tief im gesamten Molding-Prozess – von der Konstruktion und Herstellung der Carbonrohre bis zum fertigen Rahmen. Heute fertigen wir unsere individuellen Carbonrahmen im Veneto in Italien. Das Verfahren hat sich technisch weiterentwickelt, der Grundgedanke ist aber geblieben: Wir wollen nicht einfach einen fertigen Standardrahmen aus einer Form nehmen, sondern die Konstruktion des Rahmens bis ins Detail beeinflussen können. Gemeinsam mit unseren Entwicklungsingenieuren entwickeln und konstruieren wir zunächst die unterschiedlichen Rohrformen. Für diese Profile werden entsprechende Edelstahlformen hergestellt. Darin entstehen die Grundrohre mit definierten Carbonlagen und unterschiedlichen Grammaturen. Wenn ein Kunde einen Maßrahmen bestellt, beginnt der eigentliche individuelle Prozess bei uns in Berlin. Auf Grundlage seiner Vermessung, seiner Anforderungen und der gewünschten Fahreigenschaften konstruieren und zeichnen wir seine Rahmengeometrie im CAD. Diese Daten gehen anschließend in unsere Fertigung nach Italien. Dort werden die entsprechenden Carbonrohre für genau diese Geometrie ausgewählt, auf Länge gebracht und an ihren Verbindungsstellen präzise auf Gehrung vorbereitet. Anschließend wird der Rahmen in einer Rahmenlehre in seiner individuellen Geometrie aufgebaut.
Und genau daher kommt der Begriff Tube-to-Tube: Jedes einzelne Rohr trifft auf das nächste Rohr. Im Gegensatz zu einem klassischen Monocoque-Rahmen, bei dem die komplette Rahmengeometrie weitgehend durch eine vorhandene Form definiert wird, können wir beim Tube-to-Tube-Verfahren praktisch jede sinnvoll konstruierbare individuelle Geometrie herstellen. Damit ist die Arbeit aber noch lange nicht beendet. An den Knotenpunkten werden anschließend von Hand zusätzliche Carbon-Prepregs laminiert. Dafür arbeiten wir mit definierten Verlegeplänen, die unter anderem Rahmengröße, Fahrergewicht und Einsatzzweck berücksichtigen. Über die Anzahl und Grammatur der Carbonlagen sowie insbesondere über die Ausrichtung der Fasern können wir die Eigenschaften des Rahmens gezielt beeinflussen – beispielsweise hinsichtlich Steifigkeit, Belastbarkeit und Komfort. Wir arbeiten dafür grundsätzlich mit erprobten Gewichtskorridoren und entsprechenden Laminataufbauten. Bei einem echten Individualprojekt können wir diese Charakteristik aber noch gezielter auf den Kunden abstimmen.
Ein schönes Beispiel dafür war ein ehemaliger erfolgreicher Profi, für den wir einen Testrahmen gebaut haben. Er war Sprinter, hatte ungefähr 75 Kilogramm Körpergewicht und hätte damit normalerweise einen entsprechenden Laminataufbau bekommen. Seine Vorgabe war allerdings eindeutig: Baut mir den Rahmen so, als würde ich über 90 Kilogramm wiegen. Er wollte bewusst einen extrem steifen und direkten Rahmen, weil genau das seiner Fahrweise und seinen Vorstellungen entsprach. Das zeigt sehr schön, was individuelle Carbonfertigung für uns bedeutet. Wir verändern nicht nur Rohrlängen und Winkel, damit ein Fahrrad geometrisch passt. Wir können bis in den Laminataufbau hinein beeinflussen, wie sich dieser Rahmen für seinen Fahrer später anfühlen soll.
Zum Abschluss: Welches Pasculli würdet ihr einem ambitionierten Rennradfahrer empfehlen, der ein schnelles, hochwertiges und langfristig individuelles Bike sucht – und welches Modell einem Fahrer, der mit einem Gravel Bike möglichst viele Wege und Touren abdecken möchte?
Eigentlich müsste ich auf diese Frage zuerst mit unserer typischen Gegenfrage antworten: Wie sieht der Fahrer aus, wie möchte er sitzen und was möchte er mit seinem Fahrrad machen? Denn auch hier würden wir nicht automatisch jedem ambitionierten Rennradfahrer dasselbe Modell empfehlen. Wenn unsere Konfektionsgeometrie optimal zu den Körperproportionen passt, wäre beim Rennrad das Cremona SL ACR für mich eine sehr klare Empfehlung. Das Cremona ist einer unserer meistverkauften Konfektionsrahmen und bietet für einen ambitionierten Rennradfahrer eine hervorragende, moderne Aero-Basis.
Wenn wir dagegen in den individuellen Maßrahmenbau gehen, würde ich aktuell sehr stark zum neuen Mercatello ACR tendieren. Das ist sowohl optisch als auch technisch ein ausgesprochen spannendes Fahrrad. Die aerodynamische Rohrform macht es sehr schnell, gleichzeitig funktioniert es nicht nur auf der flachen Strecke. Es fährt sich im welligen und bergigen Terrain genauso überzeugend und bleibt bergauf wie bergab sehr zuverlässig und präzise. Aber genau hier kommt wieder der persönliche Geschmack ins Spiel. Wer diese moderne, kraftvolle Aero-Form liebt, wird wahrscheinlich zum Mercatello greifen. Wer dagegen einen filigraneren und klassischeren Rundrohr-Carbonrahmen bevorzugt, für den kann der Altissimo am Ende sogar die bessere Wahl sein. Ich finde es wichtig, dass wir diese Entscheidung nicht künstlich über Marketingkategorien treffen. Ein hochwertiges Fahrrad begleitet seinen Besitzer viele Jahre – und deshalb muss ihm das Fahrrad auch gefallen. Die technisch beste Lösung nützt wenig, wenn der Kunde jedes Mal ein anderes Modell anschaut und denkt: Eigentlich finde ich das schöner.
Beim Gravelbike würde ich für einen Fahrer, der wirklich möglichst viele Einsatzbereiche abdecken möchte – von der sportlichen Graveltour über Bikepacking bis zu Reisen oder Commuting – zunächst unseren Lisore empfehlen. Das ist unser Carbon-Gravel-Konfektionsrahmen und bietet eine sehr vielseitige Basis für unterschiedliche Aufbauten und Einsatzbereiche. Auch hier gilt wieder unser Grundprinzip: Wenn die Konfektionsgeometrie des Lisore zum Fahrer passt, ist das eine hervorragende Lösung. Wenn seine Körperproportionen oder seine Anforderungen darüber hinausgehen, würden wir als individuelles Pendant einen Tomarlo Full Gravel konstruieren. Dort können wir dann Geometrie, Reifenfreiheit, Ausstattung und die gesamte Charakteristik des Fahrrads genau auf Fahrer und Einsatzzweck abstimmen.
Die Empfehlung lautet bei uns deshalb eigentlich nie nur: „Kauf dieses Modell.“ Sie lautet: Wir finden zuerst heraus, welches Fahrrad zu deinem Körper, deinem Fahrstil, deinem Einsatzbereich und auch zu deinem persönlichen Geschmack passt – und daraus entsteht dann dein Pasculli.
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Marcus lebt und atmet das Thema Fahrrad. Wenn er nicht gerade über die neuesten Trends, Technik-Highlights oder spannende Touren schreibt, sitzt er selbst im Sattel seines Cervélo S5 und sammelt Kilometer auf den schönsten Straßen und Anstiegen Europas.
Als leidenschaftlicher Rennradfahrer hat er bereits zweimal den legendären Ötztaler Radmarathon erfolgreich absolviert – eine der härtesten und renommiertesten Jedermann-Veranstaltungen im Radsport. Für ihn sind lange Anstiege, schnelle Abfahrten und anspruchsvolle Herausforderungen kein Hindernis, sondern genau der Grund, warum er das Radfahren liebt.
Immer auf der Suche nach der nächsten geilen Ausfahrt, neuen Strecken und unvergesslichen Fahrerlebnissen, bringt Marcus seine Erfahrungen direkt in seine Beiträge ein. Ob Rennrad, Bike-Technik, Ausrüstung oder Tourentipps – er schreibt aus der Perspektive eines echten Enthusiasten, der weiß, worauf es auf der Straße wirklich ankommt.
Sein Motto: Das beste Rad ist das, das gerade unterwegs ist.





